Colorium, teilweiser Umbau zur Hotelnutzung
Düsseldorf

Projektbeschreibung

Die Baumaßnahme umfasste den Umbau eines ursprünglich im Jahr 2000 für eine Büronutzung konzipierten 17 stöckigen Hochhauses für eine Hotelnutzung.

In den Untergeschossen (1 und 2) wurden Technik-, Lager und sonstige Nebenräume, sowie ein Personalbereich mit Umkleideräumen errichtet. Im Erdgeschoss wurden das Foyer mit integriertem Empfangsbereich, Büros- und Konferenzräume realisiert. Die Obergeschosse 1 bis 4 sind fremdvermietet, und waren nicht im Umfang der Maßnahme enthalten.
Im 5. Obergeschoss wurden Gästezimmer, ein Wellness- und Fitnessbereich, Büros und ein Mitarbeiter-Aufenthaltsraum errichtet. Von dem 6. bis zum 14. Obergeschoss erfolgte eine reine Gästezimmernutzung. Insgesamt verfügt das Hotel inkl. Suiten über 134 Gästezimmer.
Das 15. Obergeschoss ist wiederum fremdvermietet. Im 16. Obergeschoss wurden eine Küche und eine Skybar mit Lounge errichtet. Das 17. Obergeschoss wird ausschließlich für technische Anlagen genutzt.

Die Trinkwasserversorgung des kompletten Gebäudes erfolgt über den bestehenden Trinkwasseranschluss im 1. Untergeschoss. Die Wasserversorgung der im 4. bis 17. Obergeschoss im Bestand vorhandenen und neu installierten sanitären Einrichtungsgegenstände erfolgt über eine neue, auf den neuen Wasserbedarf ausgelegte Druckerhöhungsanlage im 2. Untergeschoss. Auf Grund der durch die Gebäudehöhe vorgegebenen Druckverhältnisse, und die zur Verfügung stehende Aufstellfläche für die Warmwasserversorgung, ist die Aufteilung der Wasserversorgung in zwei Druckstufen notwendig. Über die erste Druckstufe werden die Geschosse 4 - 9, und über die zweite Druckstufe die Geschosse 10 - 17 versorgt.

Die Erschließung der Obergeschosse erfolgt über einen bestehenden Schacht. Die Montage der Ver- und Entsorgungsleitungen im Schachbereich wurden in den fremdvermieteten Bereichen vorgezogen, sodass die vermieteten Geschosse während der Bauphase weiter genutzt werden konnten.

Für die Entwässerung des im 16. Obergeschosses vorhandenen Küchenbereichs mit Skybar und Lounge wurde eine separate, für fetthaltiges Schmutzwasser geeignete Fallleitung ins 2. Untergeschoss geführt und dort an einen neuen Fettabscheider angeschlossen.

Leistungen

Wärmeerzeugung
Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über einen bestehenden Fernwärmeanschluss.
Die Beheizung der Gästezimmer und der Skybar erfolgt über vorhandene Heizkörper unter den Fenstern.

Warmwasserbereitung
Das Warmwasser wird im Durchlauferhitzer-Prinzip über Frischwasserstationen erwärmt. Hierfür wurden Pufferspeicher an den bestehenden Heizungsverteiler angeschlossen und in das Gesamtkonzept integriert.

Lufttechnische Anlagen und Kälteanlage
Für die mechanische Be- und Entlüftung und Kühlung der Gästezimmer werden die vorhandene Lüftungs- und Kälteanlagen verwendet. Jedes Zimmer wird über vorhandene Zuluftpaneele, über die die Zuluft bei Bedarf nachgekühlt werden kann, mit Zuluft versorgt. Die Abluft wird im Bereich der Dusche, des WC’s und im Flurbereich des Zimmers abgesaugt. Die Anbindung der Zu –und Abluftauslässe wurden inkl. der Regelorgane neu aufgebaut und in das Gesamtkonzept integriert.
Die einstellbaren Lüftungsstufen der Zuluftpaneele und Abluftventile sind mit einem Schalter in den einzelnen Zimmern einstellbar. Die vorhandenen Zuluftpaneele dienen sowohl zur Einbringung der Zuluft, als auch zu Raumkühlung.

Die Abluft der Küche wird mit Abzugshauben erfasst und über eine separate Abluftanlage über Dach abgeführt.

Sprinkleranlage
Die Anordnung der Sprinklerköpfe und die Anbindeleitungen der vorhandenen Sprinkleranlage wurden auf die neue Raumaufteilung angepasst.

Wandhydranten
Die vorhandene Anbindung der Wandhydranten wurde gemäß der aktuellen Trinkwasserverordnung in eine indirekte Anbindung geändert. Hierfür wurde am zentralen Einspeisepunkt eine Druckerhöhungsanlage mit offenem Behälter nachgerüstet.

Elektrotechnik
Die vorhandene Stromversorgung blieb unverändert bis zu den Etagenverteilungen erhalten. In den einzelnen Etagen wurden für die Gewerke Heizung, Lüftung und Klima-Technik erforderliche neue Zuleitungen in der Niederspannungs-Hauptverteilung aufgelegt.
Die Etagenverteilungen selbst blieben prinzipiell erhalten, wurden aber an die neue Nutzung angepasst. Jedes Gästezimmer erhielt im Eingangsbereich eine Unterputz-Verteilung, bestückt mit einem Fehlerstromschutzschalter, Sicherungsabgängen für Beleuchtung und Steckdosen sowie Steuerungskomponenten.

In den Gästezimmern wurden die Deckenleuchten in den kombinierten Beleuchtungs-/Lüftungspaneelen dimmbar ausgeführt. Für die Bereiche Skybar, Konferenzräume und Foyer wurden Lichtszenen durch getrennt schalt- und dimmbare Schaltgruppen ausgebildet. Die Beleuchtung im Ruhebereich des Fitnessraums wurde dimmbar ausgeführt.
Die vorhandene Sicherheitsbeleuchtungs-Anlage wird weiter genutzt und wurde den neuen Raumsituationen und Nutzungsarten angepasst. Die vorhandene Sonnenschutzanlage wird der neuen Grundrissgestaltung angepasst. Die Schaltung erfolgt örtlich je Raum. Bei größeren Räumen werden Schaltgruppen gebildet.

Fernmelde- und Informationstechnische Anlagen
Für das Hotel wurde ein strukturiertes Leitungsnetz in der Qualität CAT 7 ausgeführt. Von einem zentralen Server über Router in den Etagen werden alle Gästezimmer, Büros und Konferenzräume versorgt. Alle öffentlichen Bereiche sind mit WLan-Geräten ausgestattet.
Der gesamte Mietbereich erhielt ein elektronisches Schließsystem. Die Steuerung erfolgt über Transponder. Diese sind frei programmierbar, sodass detaillierte Zugangsberechtigungen mit mehrstufigen Hierarchien je Nutzer vorgesehen werden können. Die Steuerung der Personenaufzüge ist in dieses System integriert. Es können Zugangsberechtigungen für Eingänge, Gästezimmer, Tiefgarage, Aufzüge, Wellness- und Saunabereich in allen Kombinationen vergeben werden.

Alle 3 Aufzüge erhielten eine statische Brandfallsteuerung. Die Signalisierung der Sprech- und Klingelanlage erfolgt zur Empfangstheke. Die Sprechverbindung erfolgt bidirektional. Eine Türöffnung vom Empfang aus ist möglich.

Der Eingangsbereich wird mit Kameras überwacht. Kameras wurden im Eingangsbereich außen und innen montiert. Die Visualisierung erfolgt am Empfang. Die Ansteuerung der Elektroakustischen Anlage (ELA) erfolgt über die Brandmelde-Anlage. Vom Mieter eingesetzte Beschallungs-Anlagen werden über eine Vorrangschaltung durch die Brandmeldeanlage weggeschaltet. Für den Hotelbereich wurde einen eigene Satelliten-Anlage errichtet. Die flächendeckende Brandschutzanlage wurde neu aufgebaut und in das Gesamtsystem integriert.

Bauherr
IBING Immobilien GmbH & Co.KG
Bruttogeschossfläche
6.800 m²
Kosten technische Anlagen
2,9 Mio €
Leistungszeit
November 2001 - September 2013
Leistungsphasen
1-8

Heiming
Ingenieurbüro für Energie- und Gebäudetechnik

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