Sanierung und Umbau Rechenzentrum der Stadt Köln

Projektbeschreibung

Das Rechenzentrum der Stadt Köln ist im Stadthaus Chorweiler, Athener Ring 4, 50765 Köln beheimatet. Es wurde Mitte der 80er Jahre in konventioneller Bauweise geplant und umgesetzt. Da das Rechenzentrum den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht, soll es bei laufendem Betrieb umgebaut werden. Zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit ist vorgesehen, dass – nach dem erfolgreichen Umbau – das Amt für Informationsverarbeitung der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln sowie der Landschaftsverband Rheinland Infokom das Rechenzentrum gemeinsam nutzen.

Leistungen

Der Umbau und die Sanierung des Rechenzentrums erfolgten im Wesentlichen nach folgenden Anforderungen:

■ Umbau und Sanierung im laufenden Betrieb ohne Unterbrechung
■ Herrichtung des bisherigen Nebenstandortes zum künftigen Hauptstandort
■ Modernisierung der Infrastruktur nach aktuellem Stand der Technik
■ Brandschutz
■ Umweltschutz
■ Wirtschaftlichkeit

Die gesamte Umbau- und Sanierungsmaßnahme wurde in drei Bauabschnitte aufgeteilt:

1. BA: Erneuerung der Stromversorgung (Transformatoren) und der Mess- und Regeltechnik, redundante dynamische USV-Anlagen, redundante Kälteanlagen

2. BA: Neubau der Server- und Systemräume im Erdgeschoss

3. BA: Neubau der Server- und Systemräume im Erdgeschoss

2. Durchgeführte Maßnahmen

Neben den baulichen Maßnahmen wie beispielsweise Erd-, Beton- und Strahlbeton-, Dachabdichtungs- und Trockenbauarbeiten bis hin zu den Abbrucharbeiten wurden umfangreiche Veränderungen im Bereich der technischen Anlagen vorgenommen.

Das Rechenzentrum wurde kältetechnisch saniert und auf den neuesten energetischen Stand gebracht. Hierzu zählte neben zahlreichen anderen Maßnahmen die Installation von drei ölfreien Turboverdichter-Kältemaschinen. Großflächige Rückkühlwerke zur freien Kühlung gewährleisten eine hohe Energieeffizienz, 70 % der Jahreskühlarbeit für das gesamte Rechenzentrum deckt die freie Kühlung ab. Die Serverräume wurden mit Präzisionsklimageräten ausgerüstet. In Verbindung mit den Netzwerk- und Serverschränken entstanden Kaltgänge, in die durch Gitter in den Doppelböden kalte Luft geführt wird, welche über die Server durch die Netzwerkschränke wiederum in den Raum zurückgelangt – angesaugt von den Präzisionsklimageräten.

Das gesamte Rechenzentrum wurde mit einer hochmodernen Feuerlöschanlage ausgerüstet. Diese Löschgasanlage arbeitet mit dem umweltfreundlichen und für Personen ungiftigen Löschmittel Novec 1230.

Die neuen technischen Anlagen erforderten umfangreiche Brandschutzmaßnahmen gemäß den Vorgaben des Brandschutzsachverständigen. Die meisten Räume für Server und technische Anlagen wurden dabei in separate Brandabschnitte unterteilt. Sehr aufwendig gestaltete sich der Einsatz von Brandschutzklappen, Lüftung, Wand- und Deckendurchführungen sowie die Trassenverkleidung aller haustechnischen Gewerke. Im Bereich der Serverräume musste zusätzlich auf eine annähernde Luftdichtigkeit bezüglich des Löschmittels Novec 1230 geachtet werden.
Die Brandmeldeanlage wurde um einige wichtige Teile erweitert. Sie ist nun mit automatischen Rauchmeldern und Rauchansaugsystemen ausgestattet und überwacht das gesamte Rechenzentrum sowie alle Technikräume vollflächig. Die komplette Technik ist an die im Haus befindliche Brandmeldeanlage angeschlossen, die bei der Feuerwehr der Stadt Köln aufgeschaltet ist.

Erneuert wurde auch die gesamte Sicherheitstechnik: Es wurden eine Videoüberwachung und eine Einbruchmeldeanlage eingebaut und die komplette Zugangskontrolle durch ein neues Zugangskontrollsystem ersetzt. Dazu erhielt das Objekt eine vollständig neue Sicherheitsbeleuchtung einschließlich Not- und Fluchtwegbeleuchtung, die Treppenhausbeleuchtung wurde ebenfalls ausgewechselt.

Eine komplette Überarbeitung resp. Erneuerung erfuhr auch die Energieversorgung. Die Niederspannungshauptverteilung (NSHV) wurde in den Bereich Verwaltungsgebäude und den neuen Bereich Rechenzentrum aufgeteilt, die dazu nötigen neuen Transformatoren wurden installiert. Nach den erforderlichen Umverteilungen an den Anschlüssen und den Umbauten an den Schränken der NSHV erfolgte eine räumliche Trennung zwischen den Bereichen Verwaltung und Rechenzentrum sowie Stadt Köln und LVR.

Die Einspeisung regelt sich nun wie folgt: ein Transformator aus dem Bestand versorgt das Verwaltungsgebäude, zwei neue Transformatoren übernehmen die Versorgung des Rechenzentrums. Die NSHV Rechenzentrum wurde dabei genauso redundant erstellt wie die komplette Elektroverkabelung im Gebäude, die aus zwei redundanten Netzwerkanlagen in Form einer kinetischen USV-Anlage mit einer Leistung von 2 x 1.400 kVA besteht.

Bauherr
Gebäudewirtschaft der Stadt Köln
Bruttogeschossfläche
3.254 m²
Kosten technische Anlagen
6.4 Mio. €
Leistungszeit
März 2010 bis Juli 2012
Leistungsphasen
1 - 8 nach HOAI

Heiming
Ingenieurbüro für Energie- und Gebäudetechnik

Telefon +49 221 167 970
E-Mail an heiming